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Zeit der Bedrängnis und des Verbotes

In den Protokollen der 30er Jahre spiegeln sich unübersehbar die wirtschaftliche Situation jener Zeit sowie der aufkommende Nationalsozialismus. So beschäftigte sich die Jahreshauptversammlung am 09.02.1933 mit der Frage, inwieweit arbeitslosen Mitgliedern eine Beitragsermäßigung gewährt werden könne.

Sorgenvoll blickte man in die Zukunft. Würde der KKV weiterleben können? Was solle mit dem Vereinsvermögen geschehen, wenn der KKV zwangsweise in die Deutsche Arbeitsfront eingegliedert würde? Vereinsvorsitzender Goebel und Geistlicher Beirat Pfarrer Simon Wehner (St. Josef) wehrten ab und verwiesen auf das Reichskonkordat. Die Grundeinstellung des neuen Staates sei religionsfreundlich, betonte Pfarrer Wehner in der Monatsversammlung im Oktober 1933.

Anfang Februar 1934 übernahm der Versicherungskaufmann Karl Strocka das Amt des 1. Vorsitzenden. Ein Jahr später zählte der Verein 116 Mitglieder. In seinem Rechenschaftsbericht für das Jahr 1934 betonte Strocka am 14. Februar 1935, die Arbeit des Vereins habe sich in letzter Zeit zunehmend auf die "Pflege des Religiösen" erstreckt und werde es auch in Zukunft tun. Diese Entwicklung hatte organisatorische Folgen. Aus der Gaugliederung wurde die Diözesangliederung; der KKV Kassel gehörte künftig zum Diözesanverband Fulda.

120 Mitglieder zählte der Ortsverband Anfang 1936. Zunehmend tauchten Themen des Weltkrieges 1914/18 im Programm auf. Auch in der Sprache der Vorträge, Berichte und Protokolle zeigte sich immer mehr der Geist der "neuen Zeit". In der Monatsversammlung am 8. September 1938 erfuhren die Erschienenen, dass ihr 1. Vorsitzender den KKV verlassen hatte. Einen Grund für diesen Schritt vermerkte das Sitzungsprotokoll nicht.

Auch Pfarrer Wehner wollte sein Amt als Geistlicher Beirat aufgeben. Mit dem Protokoll dieser Zusammenkunft enden die Vorkriegsaufzeichnungen. Noch im gleichen Jahr wurde der KKV von den NS-Machthabern verboten.

 

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